Gedenken an Julius Brandeis
Am Stolperstein vor unserer Schule gedachten wir im Beisein von Herrn Zimmermann und Herrn Hascher dem ersten Mordopfer der Nationalsozialisten in Plauen.
Herr Zimmermann erinnerte in sehr persönlichen Worten an die dunkle Zeit der deutschen Geschichte.
Nach einer Gedenkminute und dem Niederlegen eines Gebindes nahmen einige Schüler an der Gedenkveranstaltung der Stadt Plauen anlässlich der Reichspogromnacht teil.
Novemberpogrom 1938 in Plauen
Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 verschlechterten sich auch in Plauen die Lebensbedingungen der jüdischen Bevölkerung. In vielen Schritten wurden die Menschen in ihrer Freiheit eingeschränkt.
Dazu gehörten beispielsweise Versammlungsverbote, das Verbot öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken, Schwimmbäder, Theater, Sportplätze zu nutzen. Juden durften keine Parkanlagen der Stadt Plauen besuchen und mussten sich zwischen 20Uhr und morgens 6Uhr in ihren Wohnungen aufhalten. Sogar Das Halten von Haustieren wurde ihnen verboten. Beleidigungen in den Schulen waren an der Tagesordnung.
Seit August 1938 mussten alle Juden einen zusätzlichen Vornamen „Sarah“ und „Israel“ tragen, in ihre Pässe wurde der Vermerk „Jude“ eingetragen.
Am 1. April 1938 wurde ein Boykott „Kauft nicht bei Juden“ gegen jüdische Geschäfte und Warenhäuser durchgeführt.
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden überall in Deutschland Schaufenster zerstört, Geschäfte verwüstet und jüdische Mitbürger verhaftet und terrorisiert.
In Plauen schlugen aus der Synagoge gegen 5 Uhr morgens die Flammen, nachdem sie von der SA in Brand gesteckt worden war.
Eine Stunde später wurden alle männlichen Juden vom 14. Lebensjahr bis ins Greisenalter verhaftet. Die Wohnungen und Geschäfte der jüdischen Bevölkerung wurden zertrümmert. Die Synagoge durfte nicht wieder aufgebaut werden, ihre Ruine musste von der jüdischen Bevölkerung als „Bußeleistung “ abgerissen werden.
Insgesamt wurden in Deutschland in diesen Novembertagen 191 Synagogen zerstört.
20 000 Juden wurden festgenommen und in Kozentrationslager eingeliefert.
Erstes Mordopfer der Nazis war Julius Brandeis 1933, an diesen erinnern die Schüler unserer Schule mit einem “Stolperstein“.